Wo uns Radarsensorik begegnet 2019-11-08T12:46:10+00:00

Project Description

Where do we encounter radar technology in our daily lives?

Wo uns Radarsensorik begegnet

RADAR hat einen schlechten Ruf. Denn in unseren Köpfen verknüpfen wir diese Technik oft mit den Radarfallen der Polizei. Diese negative Assoziation merzt selbst das beste Wetterradar oder die sichere Navigation von Flug- und Schiffverkehr nicht aus. Was viele nicht wissen: Häufiger als gedacht verlassen wir uns bereits heute auf diese Sensorik. Die Technologie bietet hilfreiche Alltagslösungen.

Die durch die Radartechnik gewonnenen Daten unterstützen technische Geräte und Anlagen dabei, auf Personen und deren Verhalten zu reagieren und die Umgebung wahrzunehmen. Die Sensoren dienen den Geräten dabei als ein Sinnesorgan, ähnlich dem Auge. Sie sind häufig die Voraussetzung für automatisierte und bedarfsgerechte Steuerung. Gut versteckt und gekoppelt mit weiteren Systemen sind die nützlichen Anwendungen bereits ein fester Bestandteil in unserem Alltag. Das folgende Szenario veranschaulicht, wo uns die kompakten Radarsensoren begegnen und wofür sie in Zukunft womöglich Verwendung finden.

Szenario: Entdecken Sie Radaranwendungen im Alltag

Ein junger Ingenieur liegt in seinem Bett und träumt von seiner aktuellen Entwicklung: die radarbasierte Gestensteuerung. In seinem Traum bedient er mit einfachen Handbewegungen das Multimedia-Programm seines Fernsehers und testet fasziniert die Genauigkeit des Systems.

Selbst als Radarexperte staunt er immer wieder über die schnelle und clevere Entwicklungsarbeit im Bereich Sensorik. Was einst mit einfachen Türöffnern begann, bietet in Zukunft ungeahnte Möglichkeiten. Gespannt welche neuesten Erfindungen in seinem modernen Traumhaus noch auf ihn warten, begibt er sich auf Entdeckungstour. Möglicherweise trifft er gleich auf die nächste Idee zu einem zukünftigen Erfolgsprojekt für sich und sein Team. Der Smart Home und Security Bereich hat viel Potential.

Weit kommt er jedoch nicht, denn das schrille Klingeln seines Weckers reißt ihn unsanft aus dem Schlaf und zurück in die Realität. Schade, lieber hätte er noch weiter vom Haus der Zukunft und cleveren Innovationen geträumt. Doch die Arbeit ruft, Radarsysteme entwickeln sich nicht von allein. Unser Protagonist setzt beide Füße auf dem Schlafzimmerboden ab, streckt sich kurz und läuft Richtung Tür. Als Technikfreund hat er seine Wohnung mit vielen smarten Anwendungen ausgerüstet. So spendet ihm eine integrierte LED-Leiste automatisch auf Schritt und Tritt ausreichend Licht, um unfallfrei bis zum Badezimmer zu gelangen. Anstatt verschlafen nach einem Lichtschalter im Bad zu suchen, reicht ein kurzer Schwenk seiner Hand über die Badezimmerwand. Der Toilettendeckel klappt hoch, sobald der Ingenieur sich dem Porzellan-Thron nähert. Den Wasserhahn und den Seifenspender betätigt er ebenfalls völlig kontaktlos, während sich das Klosett scheinbar eigenständig spült und reinigt. Beim Verlassen des Raumes erlischt das Licht hinter ihm wie von Zauberhand und der Toilettensitz schließt sich langsam.

Sein nächstes Ziel ist die Küche. Gerade um die Ecke gebogen, begrüßt der Kühlschrank den jungen Mann mit einem enthusiastischem „Guten Morgen!“ und zeigt auf seinem Display seinen Inhalt an. Als er direkt auf den Kühlschrank zugeht, öffnet sich die Tür und er holt die nötigen Frühstückszutaten heraus. Früher war die berührungslose Steuerung für ihn nur ein cooles Gadget, heute möchte er sie nicht mehr im Haushalt missen. Nicht nur um typische Bakterienherde wie Türklinken oder Lichtschalter zu meiden. Nein, es ist viel komfortabler. Er schmunzelt, als er daran denkt, wie oft er mit vom Kochen schmierigen Händen alles berührte und versehentlich verschmutzte, bevor er das Waschbecken erreichte. Die Putzerei hinterher spart er sich nun dank kontaktlosem Näherungsschalter und Bewegungsmelder.

Der herrliche Geruch seines Lieblingsgetränks breitet sich langsam aus; der Kaffeeautomat war in der Zwischenzeit nicht untätig. Auch hierfür betätigt der Ingenieur keinen Knopfdruck. Er erlaubte sich zudem einen Sensor zu integrieren, der den perfekten Füllstand für die jeweilige Tasse ermittelt und einen weiteren, der die Maschine anschaltet sobald er den Raum betritt.

Nach dem ausgedehnten Frühstück hat es unser Ingenieur plötzlich eilig. Um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, muss es nun schnell gehen. Er packt seine 7 Sachen und ist in Begriff das Haus Hals über zu verlassen, als ein Bildschirm an seiner Haustür ihn erinnert seinen Schlüssel und Laptop mitzunehmen. Eine kleine sensorgesteuerte Gedankenstütze, die ihn schon öfters vor unangenehmen Situationen bewahrte.

Beim Ausparken seines Autos unterstützen den hektischen Ingenieur glücklicherweise Fahrerassistenzsysteme. Die Blind Spot Detektion verhindert eine Kollision mit einem Fahrradfahrer. Was ist denn heute nur los? Kurz huschen ihm Fragen wie „Ist der Herd noch an?“, „Habe ich die Heizungen abgedreht?“ oder „Ist die Alarmanlage aktiviert?“ durch den Kopf. Vielleicht sollte er diese Fragen zum Erinnerungssystem neben der Tür hinzufügen und sich beim Verlassen des Hauses anzeigen lassen. Jedoch ruft er sich beruhigend ins Gedächtnis, dass seine Wohnräume mit intelligenter Technikfusion ausgestattet sind. Diese kontrolliert den Energieverbrauch effizient und richten sich nach An- oder Abwesenheit von Personen. Neben der Regulierung der Klima- und Heizanlage, schalten auch Geräte wie z. B. der Herd automatisch ab und weitere Sicherheitsmaßnahmen ein, wenn sich keine Person mehr dort aufhält.

Ein rot blinkendes Verkehrsschild reißt ihn aus seinen Gedanken. „Sie fahren 55“, lautet das Ergebnis der radarbasierten Geschwindigkeitsmessung laut des auffälligen Displays. Der Fahrer drosselt zugleich sein Tempo. An einer leeren Kreuzung schaltet die sensorgesteuerte Ampel direkt auf Grün und verschafft ihm dadurch einen wichtigen Zeitvorteil um eine Verspätung zu vermeiden. 10 Minuten vor Arbeitsbeginn fährt er in das Parkhaus an seinem Arbeitsplatz ein. Da es sich etwas staut, bleibt er genau unter der Zufahrtsschranke stehen. Viele fühlen sich dabei unwohl, doch der Ingenieur weiß genau welche Technik dahinter steckt und hat vollstes Vertrauen. Die Schranke bleibt offen, bis er sie vollständig mit seinem PKW passiert. Kleine grüne Lichter zeigen ihm den nächsten freien Parkplatz an. Während hinter ihm die Beleuchtung nach und nach ausgeht, macht er sich auf den Weg zu seinem innovativen Arbeitsplatz.

Die geschilderten Ausführungen decken nur einen kleinen Teil der bereits existierenden Radaranwendungen ab. Haben Sie alle erkannt? Angefangen vom Smart Home, über Security, Building Automation, Automotive und Traffic Monitoring Anwendungen – die Sensoren begegnen uns überall. Sie liefern dank elektromagnetischer Wellen Informationen über Objekte oder Menschen innerhalb ihres Erfassungsbereiches – die Person selbst bleibt dabei anonym. Die Radartechnologie gibt nicht nur Auskunft über An- oder Abwesenheit, sondern kann zusätzlich die Geschwindigkeit, Bewegungsrichtung, Winkel, Position und Entfernung ermitteln. Anhand der ausgewerteten Daten werden gekoppelte Elektronikkomponenten bedarfsgerecht und automatisiert gesteuert. Durch diese Zusammenarbeit entstehen nützliche und komfortable Anwendungen für unseren Alltag wie beispielsweise die klassische elektronische Türöffnung in Kaufhäusern. Auch wenn wir die Technik nicht bewusst wahrnehmen oder als selbstverständlich ansehen; sie bietet uns Komfort und Sicherheit, auf die wir auch in Zukunft nur ungern verzichten.